Düsseldorf (BFW) vom Jetzt handeln und Ausbildungsmarketing ausbauen! Stark sinkende Abiturientenzahlen in 2026 und die Folgen für den Ausbildungsmarkt in der Bauindustrie NRW
Die Zahl der Abiturienten in Nordrhein-Westfalen wird im Jahr 2026 einen drastischen Rückgang verzeichnen. Diese Entwicklung ist eine direkte Folge der Umstellung vom G8- auf das G9-Schulsystem. Sie hat weitreichende Konsequenzen für den Ausbildungsmarkt, besonders für Branchen, die stark auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen sind, wie auch die Bauindustrie NRW.
Ursachen und Ausmaß des Rückgangs
Die Ursache für den Rückgang liegt im sogenannten "Lückenjahrgang". Während die letzten G8-Schüler bereits ihr Abitur abgelegt haben, sind die ersten G9-Absolventen noch ein Jahr länger in der Schule. Dadurch wird die Zahl der Abiturienten, die ihren Abschluss an Gymnasien machen, fast auf null sinken.
Laut Prognosen des NRW-Schulministeriums wird die Gesamtzahl der Abiturienten in 2026 auf nur noch etwa 32.000 sinken. Das ist ein massiver Einbruch im Vergleich zu den Vorjahren, in denen die Zahl oft bei über 70.000 lag. Lediglich Absolventen von Berufskollegs und Gesamtschulen werden in diesem Jahr für den Ausbildungs- und Studienmarkt zur Verfügung stehen.
Folgen für den Ausbildungsmarkt
Verstärkter Wettbewerb um Abiturienten
Für Unternehmen, die traditionell Abiturienten rekrutieren – sei es für duale Studiengänge oder anspruchsvolle Ausbildungsberufe –, wird der Wettbewerb härter. Die verringerte Zahl an Bewerbern zwingt Betriebe dazu, sich intensiver um die wenigen Talente zu bemühen.
Auswirkungen auf Haupt- und Realschüler- Verknappung der Bewerbergruppe
Der Rückgang der Abiturientenzahlen führt zu einer Verschiebung auf dem gesamten Bewerbermarkt. Viele Unternehmen, die ihren Bedarf an Auszubildenden nicht decken können, werden ihre Suche auf andere Zielgruppen ausweiten. Das bedeutet, dass Bewerber mit Haupt- und Realschulabschluss deutlich bessere Chancen haben werden. Sie können damit rechnen, auch in Betrieben eine Ausbildungsstelle zu finden, die bislang vorrangig Abiturienten eingestellt haben. Dieser Effekt bedeutet für die Bauindustrie eine Verknappung dieser Bewerbergruppe, die traditionell in der Baubranche eine Ausbildung starten.
Verschärfung des Fachkräftemangels
Langfristig verstärkt diese Entwicklung den bereits bestehenden Fachkräftemangel. Wenn Unternehmen in 2026 nicht genügend Auszubildende finden, fehlen diese in den kommenden Jahren als qualifizierte Fachkräfte.
Handlungsempfehlungen für Bauindustriebetriebe in NRW
Die Bauindustrie ist besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen. Um die Herausforderungen des Jahres 2026 zu bewältigen, sollten Betriebe in NRW folgende Schritte unternehmen:
Nutzung der Nachwuchswerbekampagne Bau- Dein Ding! der BAUINDUSTRIE NRW
- Begleiten Sie den BauTrailer der BAUINDUSTRIE NRW an regionalen Schulen: Nutzen Sie die Attraktivität des innovativen Mitmachangebots im BauTrailer. Begleiten Sie den BauTrailer und stellen Sie Ihr Ausbildungsangebot den Schülerinnen und Schülern persönlich vor. Zeigen Sie, wie spannend und vielfältig die Berufe bei Ihnen im Unternehmen sind. Knüpfen Sie dabei auch gleichzeitig wertvolle Kontakte zu Lehrkräften.
- Nutzen Sie die Ausbildungsplatzbörse auf www.bau-dein-ding.de: Stellen Sie frühzeitig Ihre vakanten Plätze für Ausbildung und Duales Studium auf der Ausbildungsplatzbörse bei Bau- Dein Ding! ein. Sie brauchen dafür eine Freischaltung? Kurze E-Mail an ab@bauindustrie-nrw.de genügt und Sie erhalten Ihre Zugangsdaten und weitere Informationen.
- Zeigen Sie sich auf social media: Seien Sie dort präsent, wo Schüler täglich sind - auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube. Wenn Sie noch keine eigenen Kanäle dort haben, unterstützen Sie die Kanäle von Bau-Dein Ding. Wir sagen Ihnen, wie das möglich ist und wie Sie dort mit Ihrem Ausbildungsangebot sichtbar werden.
Strategische Neuausrichtung der Bewerbersuche
- Fokus auf Hauptschüler mit (unter)durchschnittlichen Noten: Erweitern Sie Ihre Zielgruppe bewusst auf Hauptschulabgänger, deren Schulnoten auf den ersten Blick unterdurchschnittlich sind. Viele Ausbildungsberufe in der Baubranche, insbesondere die gewerblichen, sind durchaus geeignet für diese Absolventen. Mit ergänzendem Unterricht, z.B. über „ASA“ (Assistierte Ausbildung, gefördert durch die Agentur für Arbeit) ist die Ausbildung auch schulisch schaffbar.
- Kooperationen mit Schulen intensivieren: Bauen Sie die Zusammenarbeit mit Haupt-, Real- und Gesamtschulen in Ihrer Region aus. Bieten Sie dort Praktika, Schnuppertage und Berufsinformationsveranstaltungen an.
- „Azubis/Mitarbeiter werben Azubi“: Führen Sie ein Bonussystem ein und belohnen Sie jeden geworbenen Azubi durch eine Empfehlung aus der Mitarbeiterschaft mit einer attraktiven Geld- oder Gutscheinprämie.
Attraktivität der Ausbildungsplätze steigern
- Bessere Vergütung und Zusatzleistungen: Attraktive Zusatzleistungen wie Bereitstellung eines Tablets/Smartphones, die Übernahme von Fahrtkosten oder Zugang zu einem Fitnessstudio können einen entscheidenden Unterschied machen.
- Klare Karrierewege aufzeigen: Kommunizieren Sie deutlich die Weiterbildungsmöglichkeiten und die guten Aufstiegschancen in der Baubranche. Zeigen Sie jungen Menschen, dass eine Ausbildung der erste Schritt zu einer erfolgreichen Karriere ist.
- Gute Betreuung durch ein Ausbildungs-Patensystem: Machen Sie die Ausbildung in Ihrem Betrieb besonders attraktiv, indem Sie ein Patensystem für Azubis anbieten. Azubis aus dem 3. Lehrjahr werden Mentor für die Neuanfänger. Individuelle Begleitung durch einen Ansprechpartner auf Augenhöhe und Tipps und Tricks für die Ausbildungsdauer sind für viele Jugendliche interessant.
Vielfalt als Stärke nutzen
- Gezielte Ansprache von weiblichen Talenten: Fördern Sie die Karrieremöglichkeiten für Mädchen und Frauen in der Baubranche durch gezielte Kampagnen.
- Offenheit für Quereinsteiger: Denken Sie auch an Quereinsteiger oder Berufswechsler. Eine betriebliche Umschulung kann eine effektive Möglichkeit sein, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.
- Bewerber aus dem Ausland gewinnen: Über das ABZ Kerpen/Hamm können Sie in Kontakt zu Schulabgängern mit Deutschkenntnissen (B1) aus Ghana, Kamerun oder der Mongolei kommen. Wenden Sie sich an die Willkommenslotsinnen, wir vermitteln den Kontakt.
Sprechen Sie uns darüber hinaus für individuelle Beratung zum Ausbildungsmarketing an. Wir senden Ihnen auch gern die Broschüre „Ausbildungsmarketing in der BAUINDUSTRIE NRW“ zu, die Ihnen viele Tipps zur online und offline Nachwuchswerbung gibt.
Nehmen Sie gerne Kontakt mit unserer Ausbildungsberaterin Frau Schelonka auf: s.schelonka@bauindustrie-nrw.de